Jugendpolitische Arbeit im Jahr 2022 in der Ausführung durch die katholische Jugendarbeit in MG und HS (KathJA)

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Datum:
Mi. 9. Feb. 2022
Von:
Florian Hilgers

Jugendpolitische Arbeit im Jahr 2022 in der Ausführung

durch die katholische Jugendarbeit (KathJA)

Seit Jahren haben fast alle Parteien mit der sogenannten Politikverdrossenheit der Jugend in Deutschland zu kämpfen. Die wenigsten jungen Menschen interessieren sich für politische Themen. Doch liegt die Schuld hierfür wirklich nur bei den Jugendlichen?

Ganz sicher nicht. Es ist ein Teil der allgemeinen Politikverdrossenheit, die natürlich auch die Jugend betrifft. So ist es heute in Familien längst nicht mehr üblich, dass Eltern mit ihren Kindern auch aktuelle politische Themen diskutieren. Und falls doch, äußern sich die Eltern häufig nur negativ oder undifferenziert über Politiker und gehen nur selten oder überhaupt nicht zur Wahl. Durch die Vorbildfunktion der Eltern interessieren sich dann auch die Jugendlichen kaum bzw. gar nicht für politische Themen.

Darüber hinaus fühlen sich Jugendliche oft nicht ernst genommen mit ihren individuellen Problemen und bekommen das Gefühl vermittelt, auch durch ein gezieltes politisches Engagement nichts ändern bzw. bewegen zu können. Kurzum: Die „große Politik“ ist für den Jugendlichen zu groß, er findet keine Anknüpfungspunkte. Verstärkend kommt die Art hinzu, wie in Deutschland politische Themen diskutiert werden – mit komplizierten Analysen selbsternannter Experten, bei den selbst der politisch gebildete Erwachsene Probleme hat zu folgen. Für Jugendliche ist das Ganze umso unverständlicher, so dass erst gar kein Interesse entstehen kann.

Angesichts dieser wahrlich ungünstigen Voraussetzungen wollen wir im Kleinen beginnen, die Jugendlichen an die Politik heranzuführen. Es bringt nichts, auf ein wieder aufkeimendes Interesse der Jugend an der Politik zu warten. Die Erwachsenen müssen , und wir von KathJA wollen, stattdessen selbst aktiv werden und auf die Jugend zugehen, sie abholen, ihnen Raum geben.

In unserer Arbeit für die Regionen Mönchengladbach und Heinsberg werden wir ab Jahr 2022 eine Erweiterung des Themenblocks „Jugendpolitische Arbeit“ vornehmen. Im Laufe des Jahres wird in Kooperation mit der offenen und mobilen Jugendarbeit „komju“ Neuwerk (Leitung Ben Bilstein) vier Samstage organisiert, an denen wir zu jugendpolitischen Orten fahren , interessante Geschichten und Menschen treffen, sehen und kennenlernen. An einem der Tage besuchen wir den Landtag in Düsseldorf , dort treffen wir den Landtagsabgeordneten Herrn Klenner aus Mönchengladbach, der uns durch den Landtag führen wird. Anschließend werden wir noch in der Stadt Düsseldorf bleiben, wo alle Teilnehmenden die Möglichkeit haben, die Stadt zu erkunden.

Des Weiteren steht dieses Jahr die Landtagswahl an, zu der wir mit jungen Leuten aktiv etwas auf die Beine stellen, um möglichst viele Jugendliche unter 18 Jahren partizipativ in die wichtigen Wahlen einzubeziehen. Zudem werden wir vom 10.-15.10.2022 eine Gedenkstättenfahrt nach Hamburg und Neuengamme  mit der ÖJE e. V.  aus Eicken durchführen.

Auch beginnen wir in 2022 mit einem deutsch-isralelischen Jugendaustausch nach Jerusalem, in der Hoffnung, das wir diese Aktivität sowohl im Kreis Heinsberg als auch in der Stadt Mönchengladbach zukünftig verstetigen können.

Der Einstieg in die politische Arbeit muss nicht zwingend über Parteiversammlungen, Debatten usw. erfolgen. Viel leichter gelingt es bei vielen Jugendlichen über ein soziales Engagement  oder Impulse oder Begegnungen  in andern Städten und Ländern Interesse für die Politik zu wecken. Denn Politik steht hier für das gesellschaftliche Zusammenleben.

Der große Vorteil des sozialen Engagements im Hinblick auf das Interesse für die Politik besteht darin, dass der Jugendliche hierbei in der Regel direkt bzw. innerhalb kürzester Zeit die Ergebnisse seiner Arbeit zu sehen bekommt oder auch erlebt. Darüber hinaus werden ihm im sozialen Bereich außerordentlich wichtige Fähigkeiten vermittelt, die beispielsweise später im Berufsleben zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden können. Soziales Engagement bedeutet nicht graue Theorie, wie sie in der Politik verbreitet ist und die meist besonders abschreckend auf Jugendliche und ihren enormem Tatendrang wirkt. Im Gegenteil: Soziales Engagement bedeutet Verantwortung und Hilfe für die gesamte Gesellschaft ! Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, wie Jugendliche sich in der ehrenamtlichen Arbeit bzw. in Vereinen,Verbänden und Initiativen engagieren können. Diese Beispiele besitzen allesamt auch Anknüpfungspunkte mit der Politik.

So zum Beispiel bei der Arbeit in Jugendzentren oder im Jugendverband. Oft geht es hierbei darum, bestimmte Vorhaben gegenüber der Stadt- bzw. Kommunalverwaltung durchzusetzen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Bau einer Skateranlage oder Graffitywand. Jugendliche, die sich in einem entsprechenden Verein oder Institution , auch bei kath. Kirche in pastoralen Räumen wie Jugendzentren , jugendpastoralen Zentren, Fachbereichen  etc. engagieren, leisten wichtige politische Arbeit und erkennen schnell, dass sich Ideen und Pläne mit der richtigen Strategie durchaus in die Realität umsetzen lassen. Sie lernen zudem, Konflikte konstruktiv zu lösen und auch den Standpunkt des anderen zu erfassen bzw. sich in diesen hineinzuversetzen.

Fazit: Ehrenamtliche Arbeit und Erleben von interessanten Impulsen ist ein sehr guter Einstieg in ein politisches Engagement und vermittelt dem Jugendlichen viele Kompetenzen, die für sein gesamtes späteres Leben von außerordentlicher Wichtigkeit ist.

PS: Bei Ideen, Anregungen oder dem Interesse, auch solche Fahrten in eurer Gruppe vor Ort oder in eurer Gruppe ,Pfarre oder Verein zu machen, meldet Euch einfach. Ich freue mich auf Ideen und Engagement.

Ansprechpartner für die jugendpolitische Arbeit im Fachbereich Jugend

Jugendbeauftragter Mönchengladbach

Florian Hilgers
Bettratherstraße 22, 41061 MG
florian.hilgers@bistum-aachen.de 
01749953761